Phenolharzplatten

Eigenschaften

Die Phenolharzplatte zeichnet sich durch eine niedrige spezifische Wärmeleitfähigkeit bis 0,021 W/(mK) aus. Ein U-Wert von 0,14 W/(m²K) für die Außenwand erreicht man im Gebäudebestand mit Dämmdicken von 14 cm, während andere Dämmstoffe hierzu bis 22 cm Dämmdicke benötigen. Durch die geringe Wärmeleitfähigkeit sind Phenolharzplatten vor allem für die Anwendungen geeignet, bei denen platzsparend gedämmt werden muss. Anwendungsgebiete sind: Rollladenkästen, Laibungsdämmung, Außenwanddämmung oder Untersparrendämmung mit geringer Dicke aber hoher Dämmwirkung. 

Phenolharzplatten sind wetterbeständig und daher geeignet für die Fassadendämmung (WDVS). Daneben ist der Dämmstoff mechanisch belastbar, wodurch die Anwendung der Dämmung unter schwimmenden Estrichen möglich wird. Weitere Einsatzbereiche sind die Auf- und Untersparrendämmung, die Innendämmung von Außenwänden und die Kerndämmung.

Rohstoffe und Herstellungsverfahren

Rohstoffe: Phenol, Formaldehyd, Kaschierung (Glasvlies, Verbundalufolien)


Die beiden Komponenten Phenol und Formaldehyd werden mit einem Katalysator zusammen erhitzt, wobei sich durch Kondensation das polymere Phenolharz bildet. Das Phenolharz wird in einem nächsten Schritt mit dem Treibmittel Pentan gemischt und anschließend aufgeschäumt. Der Schaum wird kaschiert und ausgehärtet.

Phenolharzschaumplatte

Technische Daten

Eigenschaft

Einheit

   Kenngrößen

Wärmeleitfähigkeit λ*)   W/(mK)      0,021-0,025
Rohdichte ρ   kg/m³      35-40
Wärmespeicherkapazität c   J/(kgK)      1500-1800
Baustoffklasse   --      B1, B2
Wasserdampfdiffusionswiderstand μ   --      10-50
Primärenergieinhalt (A1-A3)   kWh/m³      706,4
Wasserabweisende Wirkung   --      nein
Druckbelastbar   --      ja

*) Bemessungswert

Entsorgung und Recycling

Bezüglich der Entsorgung des Dämmstoffes liegen keine Angaben vor. Für Formaldehydharze im Allgemeinen gilt jedoch, dass diese entweder thermisch verwertet werden oder über die Deponie mit einer vorrausgegangenen thermischen Vorbehandlung entsorgt werden können.

Zulassungen und Regelungen

DIN EN 13166; Z-33.43-1182, P-SAC 02/III-041

Gesundheit und Ökologie

Die Ausgangsstoffe Phenol und Formaldehyd werden aus fossilen Rohstoffen (Erdgas, Kohle, Erdöl) gewonnen. Allerdings werden aufgrund des Aufschäumprozesses nur geringe Mengen benötigt. Über den Energieaufwand bei der Herstellung sind keine Daten vorhanden. Aus gesundheitlicher Sicht ist anzumerken, dass die Rohstoffe zwar giftig sind, die Toxizität jedoch durch den Kondensationsprozess verloren geht. Es gibt keine Aussagen darüber, ob noch freie Monomere in der Matrix verbleiben und langfristig an die Umgebung abgegeben werden. Im Brandfall werden die Monomere zwar wieder frei, jedoch entstehen prinzipiell beim Verbrennen aller Materialien toxische Substanzen, unter anderem auch Formaldehyde.

Vorteile
  • hohe spezifische Dämmwirkung
  • platzsparend
  • leicht zu verarbeiten
  • preiswertester Hochleistungsdämmstoff
  • verputzbar, daher für WDVS geeignet
Nachteile
  • teilweise mangelnde Informationen über Risiken und Entsorgung
  • basierend auf fossilen Rohstoffen